04/2026 – Straßen, Wege, Kreuzungen & Geometrie

In diesem Monat stellen sich die Fotografierenden unseres Fotoclubs dem zunächst eher technisch anmutendem Thema „Straßen, Wege, Kreuzungen & Geometrie“. Bei der Beschäftigung mit dem Thema kann man als Anregung u.a. die Arbeiten des Fotografen László Moholy-Nagy heranziehen, der bereits vor 100 Jahren im Zuge seiner Arbeiten am Bauhaus in Dessau das Fotografieren in die Ausbildung der Bauhausschüler integrierte.

Die vorgestellten Aufnahmen zeigen, wie vielfältig das Interpretationsspektrum des Themas von den Fotografen umgesetzt wurde.

Während einige der Clubmitglieder es sich zur Aufgabe machten, alle vier Begriffe des Themas in einer Aufnahme zu erfassen, lösten sich andere von dieser Sichtweise und konzentrierten sich auf nur einen Begriff. Entsprechend vielfältig sind die auf der Homepage www.fotoclub-ingelheim.de des Fotoclubs und auf der Web-Seite des Mehrgenerationenhauses zu sehenden Aufnahmen.

Faszinierende Gegenlichtaufnahmen der Gaustraße in Mainz zeigen die geometrische Führung der im Sonnenlicht leuchtenden Straßenbahnschienen, die Trassierung nächtlicher Ingelheimer Straßen im Licht der Verkehrsteilnehmer. Die Aufnahme einer französischen Allee im hellen Sonnenlicht begeistert den einen wegen der eingefangenen Lichtkonstellationen. Es sind westliche, gut ausgebaute Fernstraßen genauso wie nahöstliche Wege durch den Wüstensand zu bewundern. In allen Fotografien findet man Geometrische Formen, sowohl durch die erfassten Landschaftsstrukturen, durch moderne Architektur oder ein anderes Mal durch abstrahierende Detailaufnahmen wie z.B Straßenmarkierungen.

Während zu Bauhauszeiten die Bildbearbeitung noch in der Dunkelkammer erfolgen mussten, eröffnet heute die moderne Datenbearbeitung ganz andere Möglichkeiten der künstlerischen Darstellung. Sei es die Verstärkung der Dynamik des Verkehrskreisel mit der Zoomout-Technik oder die Lichttechnische Bearbeitung des Schaufensters, so dass hier die Aufnahme auf die vorhandenen geometrischen Formen minimalisiert wird.

Jürgen Ries