Während der Begriff „Großstadt“ relativ einfach zu erklären ist, nämlich eine Stadt mit mindestens 100.000 Einwohnern, so ist der Begriff „Urbanität“ weitaus schwieriger, weil vielfältiger, zu umschreiben. Von der ursprünglichen Definition, die von Johann Heinrich Pestalozzi 1785/1786 eingeführt wurde, sind wir heute weit entfernt. Der Begriff diente Pestalozzi zur Beschreibung des geistig reifen Menschen, der sich bewusst von dem als plump oder „bäurisch“ empfundenen Provinziellen abgrenzt.
Heutzutage kann „Urbanität“ alle Aspekte einer Stadt umfassen. Architektur, Kultur, Lebensweise, Kunst, Toleranz, Soziologie, usw. um nur einige zu nennen.
Die Bilder der Fotogruppe im Mehrgenerationenhaus zu diesem Thema lassen sich grob in vier Kategorien einteilen.
- Architektur
Moderne kühle Bauten (mit leeren Plätzen), die teilweise schon wieder abgerissen werden, stehen im Gegensatz zu alten Sakralbauten (Montmartre). - Plätze und Fußgängerzonen
Gemütliches Sitzen in Cafès einerseits, andererseits Shopping und touristisches dichtes Gedränge (Mont Saint Michel – erinnert etwas an die Drosselgasse in Rüdesheim) zeigen urbanes Leben. Etwas verwundert blickte der Fotograf in eine fast ausgestorbene Fußgängerzone mit historischen Gebäuden. - Individuen
Einzelne Personen oder –Gruppen werden in ihrer Umgebung gezeigt. - Panoramen, Nachtaufnahmen, Morgengrauen
Besonders die Nachtaufnahmen lassen die nie ruhende Stadt erahnen. Man erinnert sich an Frank Sinatra’s „New York, the city that never sleeps“! - Nicht kategorisiert
Ja, dann gibt es noch Bilder, die nicht in diese Kategorien passen. Davon sind zwei besonders hervorzuheben. Da ist zuerst der Schlafplatz eines Obdachlosen. Es bleibt dem Betrachter überlassen, sich die Geschichte hinter diesem Bild vorzustellen.
Zweitens der Metro-Tunnel: Menschen bewegen sich unter der Erde – ohne Tageslicht – wie Maulwürfe, haben aber zum Glück immer ihr Handy dabei.
Rudi Rogalla


















































